Auftakt für Naturschutz-Projekt im Naturpark Diemelsee
Voneinander getrennte Lebensräume verbinden, um den Bestand von Tier- und Pflanzenarten zu sichern: Der Naturpark Diemelsee hat den Auftakt für ein Naturschutzprojekt gefeiert.
Nachdem das Projekt „Umsetzung des Biotopverbunds im Naturpark Diemelsee – Quellen, Kleinmoore, Bachauen, Naturschutz-Grünland“ im vergangenen Jahr gestartet ist, wurde der offizielle Auftakt im Kloster Bredelar begangen. Dabei wurde das Projekt vorgestellt und besprochen, was sich von bestehenden Verbundprojekte lernen lässt. Am Nachmittag fand eine Exkursion in das Projektgebiet statt, wobei zunächst ein Gewässerabschnitt an der oberen Diemel bei Marsberg-Giershagen besichtigt wurde. Dieser wurde bereits durch den Diemel-Wasserverband Marsberg renaturiert, in Zusammenarbeit mit dem Planungsnetzwerk für nachhaltige Regionalentwicklung sowie der Uni Kassel.
Das „Biotopverbundprojekt Naturpark Diemelsee“ soll mit weiteren Renaturierungsmaßnahmen an den Diemelzuflüssen wie Rhene, Hoppecke und Glinde anknüpfen. Auf einer Anhöhe mit weitem Blick über Obermarsberg und die umliegenden Schutzgebiete wurden mögliche Maßnahmen zur Schaffung eines Biotopverbundes vorgestellt. Ziel eines Biotopverbundes ist die Vergrößerung und Vernetzung der Lebensräume von Tier- und Pflanzenarten. So wird ein Austausch zwischen den Populationen ermöglicht und ihr Fortbestand in der Kulturlandschaft gesichert. Im Fokus des Projekts stehen Lebensräume innerhalb von Talsystemen, zu denen Gewässer, Grünländer, Quellen und Moore, Auen- und Sumpfwälder sowie Schlucht- und Hangwälder gehören.
Der Naturpark Diemelsee setzt das Projekt in Zusammenarbeit mit der Biologischen Station Hochsauerlandkreis, die das Projekt sowohl auf hessischer als auch auf nordrhein-westfälischer Naturparkseite maßgeblich betreut, und dem Landschaftspflegeverband Waldeck-Frankenberg um. Die wissenschaftliche Leitung übernimmt Prof. Dr. Eckhard Jedicke. Für das Naturschutzprojekt ist insgesamt eine Laufzeit von vier Jahren vorgesehen. An der Auftaktveranstaltung nahmen auch Vertreter der Fördermittelgeber – Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Bezirksregierung Arnsberg und Regierungspräsidium Kassel – sowie der Ministerien teil, auch Vertreter der Naturschutz- und Wasserbehörden, der Forstämter und der ehrenamtlichen Naturschutzverbände.
Eine Besonderheit des Projektes ist die grenzüberschreitende Bearbeitungskulisse, die sowohl den hessischen als auch den nordrhein-westfälischen Teil des Naturparks Diemelsee umfasst, heißt es in der Pressemitteilung. Oft machen Zuständigkeiten an Ländergrenzen halt – die Natur jedoch nicht. Umso wichtiger ist es, im Sinne des Biotopverbunds den Naturraum als Ganzes zu betrachten und notwendige Naturschutzmaßnahmen umzusetzen. Dabei finde ein enger Austausch mit den betroffenen Gemeinden, Städten, Behörden, der Land- und Forstwirtschaft und den Grundeigentümern statt, um die Interessen aller zu berücksichtigen.
Wer Flächen im Naturpark Diemelsee besitzt oder bewirtschaftet und sich am Projekt beteiligen möchte, kann sich bei Sarah Hennerkes von der Biologischen Station Hochsauerlandkreis melden: Telefon 02961/98913-03, E-Mail
Quelle: 23.03.2025 HNA, 23.03.2025 WLZ; Foto: privat