Hinweisschild für bedrohte Schmetterlinge (erschienen in der HNA)
Frankenberg – Um auf bedrohte Schmetterlingsarten aufmerksam zu machen, hat der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) zusammen mit dem Landschaftspflegeverband Waldeck-Frankenberg auf einer Pferdeweide im Rodenbachtal bei Frankenberg eine Tafel enthüllt. Auf dieser Weide, die dem BUND seit Jahrzehnten gehört, kommt der selten gewordene Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling vor. Er ist Schmetterling des Jahres 2026.
Das Rodenbachtal sei ein wichtiger Lebensraum für bedrohte Schmetterlingsarten, sagt Ilse Lischka vom BUND. Es bestehe eine besondere Symbiose zwischen dem nur etwa 30 Millimeter großen Schmetterling, der Pflanze Großer Wiesenknopf und einer bestimmten Ameisenart (Knotenameisen).
Laut Wikipedia legen die Weibchen des Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläulings ihre Eier an noch nicht aufgeblühte Knospen eines Großen Wiesenknopfs ab. Die Raupen fressen die Blütenköpfe der Futterpflanzen von innen her auf, lassen sich fallen und werden von Knotenameisen in deren Bau getragen. Dort fressen sie Ameisenlarven und überlassen den Ameisen im Gegenzug ein zuckerhaltiges Sekret. Die Raupen sind in der Lage, den Nestgeruch der Ameisen zu imitieren. Einmal im Nest untergebracht, werden sie von den Ameisen wie die eigene Brut gepflegt, obwohl sie sich bis zur Verpuppung von deren Eiern und Larven ernähren.
„Bei zu viel Düngung verschwinden die Ameisen“, haben die heimischen Naturschützer beobachtet. Das Rodenbachtal solle ein „Trittstein“ für bedrohte Tier- und Pflanzenarten werden, sagt Karl-Heinz Bastet, 2. Vorsitzender des Naturschutzbundes (Nabu) Waldeck-Frankenberg. Durch die an einer Hütte angebrachte Tafel hoffe man darauf, „dass hier auch mal ein Landwirt von seinem Schlepper steigt und guckt, dass zwischen den Gräsern auch Tiere leben“, sagt Ilse Lischka.
Die nun angebrachte Tafel hat Ilse Lischka zusammen mit Maren Lange vom Landschaftspflegeverband Waleck-Frankenberg entworfen. Landwirte, die ganz oder teilweise auf Düngung verzichteten, könnten finanzielle Förderungen beantragen, ergänzte Laura Lachenicht vom Landschaftspflegeverband. THOMAS HOFFMEISTER 19.06.2026