Expertenrunde 2025 an der Diemel (Giershagen, NRW)
Expertentreffen des LPV – Wo die Diemel wieder Platz zum Fließen hat
Am 13. März 2025 veranstaltete der Landschaftspflegeverband Waldeck-Frankenberg ein Expertentreffen an der Diemel bei Giershagen. Der Verein „Planungsnetzwerk für nachhaltige Regionalentwicklung e.V.“ (planar e.V.) hat dort einen 1,1 km langen Abschnitt der Diemel renaturieren können. In der Vergangenheit wurde die Diemel stark begradigt und verbaut. Dies führte zu einem Verlust natürlicher Lebensräume und einer verringerten ökologischen Vielfalt.
Die Referenten Volker Ashauer von der Untern Wasserbehörde Waldeck-Frankenberg und Jens Eligehausen (Dozent) führten die Teilnehmenden entlang dieses renaturierten Flussabschnitts der Diemel, der als Best-practice Beispiel für Flussrenaturieungen diente.
Die Teilnehmerrunde setzte sich aus NABU-Mitgliedern, Bauamtsangestellten, Nationalparkvertretern sowie Mitarbeitenden der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) und des Regierungspräsidiums (RP) zusammen.
Herausforderungen und Maßnahmen der Renaturierung
Flüsse und Bäche bieten zahlreiche Ökosystemdienstleistungen, darunter Hochwasserschutz durch Schwammlandschaften, klimatische Pufferwirkungen und eine hohe Artenvielfalt. Durch die Begradigung verlor die Diemel jedoch ihre natürliche Dynamik. Der Flusslauf war monoton, tief eingeschnitten und bot kaum Strukturvielfalt für Flora und Fauna.
Im Rahmen der Renaturierung wurden gezielt Maßnahmen umgesetzt, um diese Defizite zu beheben. Durch die Verbreiterung des Flusses (an einer Stelle von vier auf zwanzig Meter!) und die Schaffung neuer Mäander wurde eine abwechslungsreichere Flusslandschaft geschaffen. Ruhige Zonen wechseln sich mit schnell fließenden Bereichen ab, wodurch die Artenvielfalt (Lebensraumnischen für unterschiedliche Arten geschaffen wurden) gefördert wird. Gleichzeitig führte die Verlagerung des Flusslaufs zu einem flacheren Flussbett, das eine größere Sedimentvielfalt ermöglicht und dadurch neue Lebensräume für Fische und andere Gewässerorganismen schafft.
Wichtige Erkenntnisse aus dem Treffen waren:
- Auch ein Verein ist dazu in der Lage, ein solches Projekt erfolgreich durchzuführen. Was auch den Vorteil hat, dass Maßnahmen nach und nach umgesetzt werden können, wodurch eine bessere Abschätzung von Erfolgen und nötigen Folgemaßnahmen möglich ist.
- Durch Vorarbeiten, wie sie von der Universität Kassel geleistet wurden hinsichtlich der Gewässeruntersuchungen, können Maßnahmen effizient und kostengünstig umgesetzt werden.
- Renaturierungsprojekte müssen nicht sündhaft teuer sein, um Wirkung zu zeigen. Dieses hat um die 60.000 € gekostet und sonst eher im zehnfachen Bereich
- Für die Umsetzung ist es essenziell, dass Flächen zur Verfügung stehen
Fazit
Das Expertentreffen zeigte eindrucksvoll, dass mit gezielten Maßnahmen und interdisziplinärer Zusammenarbeit eine nachhaltige Verbesserung der Flussökologie erreicht werden kann. Wer mehr über das Projekt erfahren möchte, findet weitere Informationen auf der Website „Die Diemel entfesselt“.

